Interaktionswebsite rund um Rosi
Im Projekt “Art- und Lebensraumerhaltung: Säume - Vielfalt rund um die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze
Das Projekt “Rettet Rosi” wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.
Das „Rettet Rosi“-Projekt (2020-2026)
Das Projekt mit dem langen Titel „Art- und Lebensraumerhaltung: Säume – Vielfalt rund um die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze (Excentricus planicornis)“ hat im Fokus den Schutz und den Erhalt der kleinen Wanze „Rosi“. Diese ist nur 5 mm groß und lebt fast ausschließlich auf der Essigrose. Wenn sie noch eine kleine Nymphe ist, trinkt sie den Pflanzensaft der Rose. Im ausgewachsenen Zustand dagegen, jagt sie Blattläuse. Um diese sehr seltene Wanze mit den dicken roten Fühlern zu schützen, muss dringend ihr Lebensraum gepflegt und erhalten werden.
Säume
Säume gibt es in unterschiedlichster Gestalt: Ein Gras- oder Blütenstreifen am Wegesrand oder der Übergangsbereich zwischen Wald und Graslandschaft sind wohl die typischsten Säume (hier kommen Gräser, Blütenpflanzen, Sträucher und kleine Bäume vor).
Rosi lebt auf Essigrosen in sogenannten „wärmeliebenden Säumen“ - viel Sonne ist also ein Muss. Im FFH-Gebiet „ehemaliger Standortübungsplatz Ebern“ finden sich besonders im früheren Fahrschulgelände des Militärs beste Bedingungen für Rose und Wanze. Für nunmehr 32 kleinen Flächen haben wir in den letzten Jahren durch Versuche mit unterschiedlicher Methodik (Heckenschere, Balkenmäher, Freischneider) und mit verschiedenen Mahdzeitpunkten und -häufigkeiten ein Pflegekonzept erarbeitet.
Wofür diese aufwendige Saum-Pflege?
Einerseits nutzen viele Lebewesen nur kurzzeitig die Strukturen des Saums, etwa als Versteck oder zur Nahrungsaufnahme. Andererseits kommen in Saumstrukturen hoch spezialisierte Arten vor, zum Beispiel Pflanzen, welche nur mit wenig Konkurrenzdruck und viel Lichtverfügbarkeit wachsen können. Von jedem Pflanzenteil ernähren sich unterschiedliche Tiere, welche wiederum von anderen gefressen oder parasitiert werden. Aus diesem Grund bedingt schon das Vorkommen einer Pflanze das Überleben vieler weiterer Lebewesen. Die Essigrosen-Dickfühlerweichwanze ist nur eine Art in einem empfindlichen Netzwerk. Sie dient als Aushängeschild, sie soll ein Bewusstsein für einen übersehenen Lebensraum schaffen.
Die Interaktionswebsite
Ausgehend von Rosi und ihrer Essigrose entsteht ein kontinuierlich wachsendes Netzwerk von Art-Interaktionen. Als Grundlage dienen Beziehungsgefüge, welche wir draußen im Feld erfasst und beobachtet haben (Keschern und Insektenfallen). Diese werden durch Literatur-Recherche weiter ergänzt und vervollständigt. Die Beziehungen umfassen hierbei nicht nur das Nahrungsnetzwerk, sondern auch Parasitismus, Bestäubung, Zersetzung, Symbiose und weiteres.
Wie funktioniert die Interaktionswebsite?
Möchte man etwas über eine konkrete Art wissen, gibt man den Namen im Feld „Artsuche“ ein. Alternativ gibt es hier auch eine alphabetische Liste aller momentan eingespeisten Arten, aus welcher man auswählen kann. Zu jeder Art gibt es einen Steckbrief mit Bild, Fundort im FFH-Gebiet ehemaliger Standortübungsplatz und weiteren Informationen. Unterhalb des Steckbriefs sind die Interaktionen aufgeführt (Fressfeinde etc.) und wiederum in Organismengruppen (Blattläuse, Spinnen etc.) zusammengefasst. An dieser Stelle kann man sich beliebig im Nahrungsnetz weiterhangeln.
Natürlich ist es eine stetige Aufgabe, das Artennetzwerk weiter auszubauen. Wir arbeiten laufend daran und speisen weitere Arten in das Netzwerk ein.
Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologischer Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.